Wald
Säugetiere
Wildkatze
In Niedersachsen kommt die Wildkatze (Felis silvestris Schreber) vor allem im Harz, dem Solling und den angrenzenden Wäldern vor. Sie ist besonders an naturnahe Laub- und Laubmischwälder mit Altholzbestand gebunden. Ihre Anwesenheit zeigt an, ob ein Wald wirklich naturnah ist, da sie alte Baumhöhlen und Totholzstrukturen für die Jungenaufzucht benötigt.
Waschbär
Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Waschbär (Procyon lotor L.) wurde in Deutschland ausgesetzt bzw. entwich aus Pelztierfarmen, von wo aus er sich stark ausgebreitet hat. Waschbären sind sehr anpassungsfähige Allesfresser, deren bevorzugter Lebensraum strukturreiche Laub und Mischwälder sind. In Siedlungen nutzt er Dachböden, Schuppen, Speicher, Gärten, Parks und Mülltonnen als Schlaf‑ und Nahrungsplatz.
Wildschwein
Durch ihre Wühltätigkeit lockern Wildschweine (Sus scofa L.) den Boden auf. Dadurch wird die Durchlüftung und Wasserverteilung verbessert und es werden optimale Bedingungen für Keimlinge geschaffen. Diese Bodenbearbeitung fördert die Artenvielfalt, indem Mikrohabitate für Amphibien, Insekten und Kleinsäuger entstehen. Zudem tragen Wildschweine zur Verbreitung von Pflanzensamen bei und schaffen durch das Entfernen dominanter Gräser Raum für lichtliebende und seltenere Pflanzenarten.
Fuchs
Die Anzahl der Fuchsfamilien ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen, mit den höchsten Dichten in Landkreisen wie Heidekreis, Celle, Northeim, Göttingen und Gifhorn. Als Raubtier reguliert der Fuchs (Vulpes vulpes L.) die Populationen kleinerer Säugetiere und trägt zur Balance des Ökosystems bei. Er gilt seit Jahrhunderten als Symbol für List, Klugheit und Anpassungsfähigkeit. In der germanischen Tradition war er das Symboltier des trickreichen Gottes Loki, während er in der keltischen Kultur als Seelenbegleiter betrachtet wurde.
Rothirsch
Untersuchungen in Norddeutschland zeigen, dass Rotwild-Beweidung in mageren Wiesen und Heiden die Pflanzendiversität erhöhen und geschützte Offenland-Lebensraumtypen stabilisieren kann. Rothirsche (Cervus elaphus L.) verbreiten Pflanzensamen über Fell, Hufe und Kot teils über große Distanzen, was zur Ausbreitung und Vernetzung von Pflanzenpopulationen beiträgt.
Vögel
Uhu
Der Uhu (Bubo bubo L.) ist heute ein regelmäßiger Brutvogel mit stabilen Beständen, vor allem im südniedersächsischen Bergland (Harz, Weser‑Leinebergland, Weserbergland) und einigen weiteren Regionen. Der Uhu ist der größte heimische Eulenvogel und steht als Top-Prädator an der Spitze der Nahrungskette.
Waldkauz
In Niedersachsen ist der Waldkauz (Strix aluco L.) eine stabile und weit verbreitete Eulenart, die vor allem in altholzreichen Laub- und Mischwäldern des südlichen Berglands vorkommt, mit geschätzten Hunderten von Brutpaaren allein in der Region Göttingen.
Der Waldkauz kontrolliert Schädlinge wie Mäuse und Ratten. Er nutzt flexible Brutplätze in Höhlen, Nistkästen oder Gebäuden, was ihn anpassungsfähig macht.
Schwarzstorch
Der Schwarzstorch (Ciconia nigra L.) ist ein seltener Waldvogel, der in Südniedersachsen im Leinebergland als Brutvogel vorkommt. Seine Präsenz signalisiert hohe Biodiversität, da er große, ungestörte Waldgebiete mit Feuchtbiotopen benötigt, wo er Fische und Amphibien jagt. In der aktuellen Roten Liste der Brutvögel Niedersachsens und Bremens ist der größte Waldvogel Deutschlands als vom Aussterben bedroht geführt.
Kernbeißer
Der Bestand des Kernbeißers (Coccothraustes coccothraustes L.) ist in Niedersachsen langfristig stabil. Der Kernbeißer braucht vor allem strukturreiche Laub- und Mischwälder mit altem Baumbestand, Unterwuchs und gutem Samenangebot, nutzt aber auch Parks und große Gärten mit hohen Bäumen als Brut- und Nahrungsraum. Der große und kräftige Schnabel des Kernbeißers ermöglicht ihm das Aufspalten von Obstkernen wie Kirschen und Pflaumen. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen von Laubbäumen und Früchten, ergänzt im Frühjahr durch Knospen und auch Insekten.
Rotkehlchen
Die besten Lebensräume für Rotkehlchen (Erithacus rubecula L.) sind unterholzreiche Wälder, insbesondere Laub-, Misch- und Nadelwälder mit einer schütter bewachsenen Krautschicht und einer reichen Bodenfauna. Rotkehlchen bevorzugen dabei schattige und eher feuchte Gebiete, oft in der Nähe von Gewässern wie Bächen oder Teichen, da sie gerne bodennah nach Insekten und anderen Kleintieren suchen.
Eichelhäher
Eine Schlüsselrolle für Waldökosysteme spielt der Eichelhäher (Garrulus glandarius L.); er ist einer der wichtigsten Verbreiter von Eichen- und Buchen-Samen. Viele vom Vogel versteckte Samen werden nicht wiedergefunden – sie keimen und lassen neue Bäume entstehen was wesentlich zur natürlichen Verjüngung und Ausbreitung von Eichenwäldern beiträgt. Diese beherbergen hunderte Insektenarten und bieten Futter und Lebensraum für viele Vögel, Säugetiere, Pilze u.a..
Wintergoldhähnchen
Eine der kleinsten Vogelarten Europas, das Wintergoldhähnchen (Regulus regulus L.), mit seinen etwa neun Zentimetern Körpergröße wiegt nur zwischen vier und sieben Gramm. Es baut ein kugeliges Nest aus Moos, Flechten und Spinneneiern, meist in 10-12 Metern Höhe in Fichten. Es hat zwei Mal pro Jahr ein Gelege von 7-11 Eiern, die das Weibchen etwa 15 Tage bebrütet.
Amphibien und Reptilien
Blindschleiche
Typische Habitate der Blindschleiche (Anguis fragilis L.) sind u.a. lichte Laubwälder, Waldränder, Lichtungen und Kahlschläge.
Wegböschungen, Hecken, naturnahe Gärten und extensiv genutzte Grünflächen mit Grasnarben, Gebüschen, Stein- oder Totholzhaufen dienen als Verstecke und Jagdgründe.
Feuersalamander
Im Weser-Leinebergland ist der Feuersalamander (Salamandra salamandra L.) weit verbreitet. Als besonders geschützte Art – nach dem Bundesnaturschutzgesetz – sind Maßnahmen wie Waldumbau zu Laubmischbeständen und Gewässerwiederherstellung notwendig, um die Biodiversität zu sichern.
Waldeidechse
Eine der häufigsten heimischen Reptilienarten ist die Waldeidechse (Zootoca vivipara Lichtenstein). Als Lebensraum bevorzugt sie u.a. Waldränder, Schneisen, Hecken, Böschungen sowie Steinbrüche. Ab September/Oktober ziehen sich zuerst die adulten Tiere in
Überwinterungsquartiere zurück (z. B. Erdlöcher, unter Totholz), nach dem ersten Kälteeinbruch folgen die Jungtiere.
Erdkröte
Das Nordwestdeutsche Tiefland wird von der Erdkröte (Bufo bufo L.) fast flächendeckend besiedelt. Die Art ist ein überwiegend nacht- und dämmerungsaktiver Lurch, der den Großteil des Jahres an Land lebt und nur zur Fortpflanzung ins Wasser zurückkehrt.
Als Laichgewässer bevorzugt sie mittelgroße bis größere, fischreiche Weiher, Teiche und Seen mit dauerhaftem Wasserkörper.
Grasfrosch
Tagsüber ist der Grasfrosch (Rana temporaria L.) in kühlen, schattigen Bereichen aktiv wo er nach Insekten jagt. Er überwintert oft in Gruppen am Gewässergrund, wo er dank hohem Sauerstoffgehalt in kühlem Wasser über die Haut atmet. Im Sommer bewohnt er terrestrische Habitate fernab vom Wasser.
Insekten und Co.
Schwammgallwespe
Eine typische Galle an Eichen ist die Schwammgallwespe (Biorhza pallida Olivier), eine Art aus der Familie der Cynipidae. Die Wespe induziert durch Eiablage schwammige Galläpfel an Eichenknospen und Wurzelgallen, die modifiziertes Pflanzengewebe als Nahrung für Larven bieten und Schutz vor Fressfeinden gewähren.
Kleiner Puppenräuber
Als räuberischer Käfer spielt der Kleine Puppenräuber (Calosoma inquisitor L.) eine wichtige Rolle im Ökosystem: er hilft, Raupen und andere Insektenlarven zu kontrollieren, darunter auch solche Schädlinge, die Wald und Gehölze stark befallen können (z. B. Prozessionsspinner, Schwammspinner). Die Körpergröße beträgt etwa 13 – 22 mm.
Goldglänzender Laufkäfer
Der wissenschaftliche Name vom Goldglänzenden Laufkäfer lautet (Carabus auronitens Fabr.), als Lebensraum bevorzugt er kühle, eher feuchte Laub- und Mischwälder mit viel Totholz und Moos. Der Goldglänzende Laufkäfer durchläuft eine vollständige Metamorphose mit den Stadien Ei, Larve, Puppe und Käfer (Imago) und bringt in der Regel eine Generation pro Jahr hervor.
Eichelbohrer
Die Käfer überwintern als Larve im Boden, verpuppen sich im Frühjahr und die Imagines sind vor allem von April/Mai bis Spätsommer aktiv. Die Weibchen bohren mit dem langen Rüssel ein Loch in unreife Eicheln und legen ein bis zwei Eier ab; die Larven fressen die Eichel von innen aus, verlassen sie bei Reife und graben sich etwa 20–25 cm tief zur Überwinterung ein.
In allen eichenreichen Landschaften Niedersachsens ist der Eichelbohrer (Curculio glandium Marsham) zu erwarten und gilt in Deutschland insgesamt als ungefährdet.
Haselnussbohrer
Niedersachsen gehört zum bekannten Verbreitungsgebiet vom Haselnussbohrer (Curculio nucum L.). Er gehört zur typischen Insektenfauna von Haselbeständen in Gärten, Hecken und Waldrändern. Die Käfer erscheinen ab Mai, fressen zunächst an Blättern und jungen Trieben. Nach der Paarung legen sie ihre Eier in die noch weichen Haselnüsse ein. Die Larven fressen den Kern aus, die Nuss fällt meist frühzeitig ab. Beim Verlassen hinterlässt die Larve ein deutlich erkennbares rundes Loch von etwa 2 Millimetern Durchmesser in der Schale.
Gemeine Eichengallwespe
An vitalen Bäumen führt der Befall der Gemeinen Eichengallwespe (Cynips quercusfolii L.) meist nur zu lokal begrenzten Blattdeformationen. Die Art ist an Stieleiche und Traubeneiche (Quercus robur, Q. petraea, teils weitere Quercus-Arten) gebunden und induziert typische kugelige Blattgallen auf der Blattunterseite, die bis etwa 2 cm groß werden („Galläpfel“).
Schwammspinner
Die Art ist dämmerungsaktiv und lokal in Wäldern an Kiefern und Linden präsent. Das Weibchen legt Eipakete (300-500Stück) an Baumstämmen ab. Die Raupen des Schwammspinners (Lymantria dispar L.) fressen von April bis Juni an Laub- und Nadelbäumen wie Linde, Kiefer oder Weide.
Pfennig Gallwespe
Die Pfennig Gallwespe (Neuroterus numismalis Geoffrey) ist eine kleine Gallwespe aus der Familie Cynipidae die an Eichen vorkommt. Die Gallenbildung verursacht nur minimale Beeinträchtigungen, da Eichen sich gut regenerieren und die Larven sich lediglich von pflanzlichen Nährstoffen in den Gallen ernähren.
Zickzackspinner
Der in Niedersachsen weit verbreitete Zickzackspinner (Notodonta ziczac L.) ist ein Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner. Er erhält seinen Namen von der charakteristischen Zickzack-Haltung seiner Raupen. Die Art ist häufig in feuchten, halbschattigen Habitaten wie Waldwegen, Kiesgruben oder Moorrändern anzutreffen.
Kamelhalsfliege
Der Ameisenbuntkäfer (Thanasimus formcarius L.) zählt zu den nützlichsten Forstinsekten, weil sowohl Imagines als auch Larven kontinuierlich Borkenkäfer dezimieren. Als Lebensraum bevorzugt der Ameisenbuntkäfer Nadelwälder, insbesondere Fichtenbestände, wo die Tiere häufig an gefällten Stämmen, Meterholz oder Baumstümpfen beobachtet werden.
Ameisenbuntkäfer
Der Ameisenbuntkäfer (Thanasimus formcarius L.) zählt zu den nützlichsten Forstinsekten, weil sowohl Imagines als auch Larven kontinuierlich Borkenkäfer dezimieren. Als Lebensraum bevorzugt der Ameisenbuntkäfer Nadelwälder, insbesondere Fichtenbestände, wo die Tiere häufig an gefällten Stämmen, Meterholz oder Baumstümpfen beobachtet werden.
Ahorngallwespe
Eine spezialisierte Gallwespe, die ausschließlich an Ahornarten Gallen bildet ist die Ahorngallwespe (Pediaspis aceris Gmelin).
Die Gallen bieten Mikrohabitate für weitere Organismen; neben der eigentlichen Gallwespe nutzen spezialisierte Erzwespen diese Gallen als Inquilinen (Mitbewohner).
Bandfüßer
Die Art die lebt vor allem in Laub- und Mischwäldern, besiedelt aber auch Gebüsche, Offenlandstrukturen und teilweise Höhlen. Der Schwarze Schnurfüßer (Tachypodoiulus niger Leach) ist ein wichtiger Zersetzer im Waldboden und ökologisch bedeutsam. Er ernährt sich vor allem von Laubstreu, totem organischen Material und teilweise Früchten wie Himbeeren und trägt damit wesentlich zum Abbau organischer Substanz und zur Humusbildung bei.
Schwarzer Schnurfüßer
Die Art die lebt vor allem in Laub- und Mischwäldern, besiedelt aber auch Gebüsche, Offenlandstrukturen und teilweise Höhlen. Der Schwarze Schnurfüßer (Tachypodoiulus niger Leach) ist ein wichtiger Zersetzer im Waldboden und ökologisch bedeutsam.
Er ernährt sich vor allem von Laubstreu, totem organischen Material und teilweise Früchten wie Himbeeren und trägt damit wesentlich zum Abbau organischer Substanz und zur Humusbildung bei.
Erdwolfspinne
In Wäldern und halboffenen Habitaten Niedersachsens kommt die bodenbewohnende Erdwolfspinne (Trochosa terricola Thorell) häufig vor. Die Spinne ernährt sich hauptsächlich von kleinen Insekten wie Springschwänzen, Dipterenlarven oder Käferlarven sowie anderen Kleingliederfüßern passender Größe. Sie ist ein Jäger, der Beute optisch ortet, sich anschleicht und mit einem Sprung und Giftbiss lähmt.



