Magere Standorte
Insekten
Steppenheiden-Grünspanner
Der Steppenheiden-Grünspanner (Chlorissa viridata L.) bewohnt warme, karge Graslandschaften an Waldrändern oder Hecken sowie ausgetrocknete Moore. Aufgrund des Lebensraumverlusts durch die Zerstörung magerer Graslandschaften gilt die Art als gefährdet. In Deutschland ist ihr Bestand deutlich zurückgegangen, was die Notwendigkeit unterstreicht, seine spezifischen Biotope zu erhalten.
Gemeine Grashüpfer
Eine der häufigsten Heuschreckenarten, ist der Gemeine Grashüpfer (Chorthippus parallelus Zett.). Ausgewachsene Tiere sind 13–22mm lang, wobei die Weibchen größer sind und kurze Flügelstümpfe aufweisen. Die Färbung variiert von Grün und Braun bis hin zu rötlichen oder violetten Tönen. Der Gemeine Grashüpfer besiedelt vielfältige offene Graslandschaften wie Wiesen, Wegränder, Waldränder und sogar Gärten, wobei sie extreme Nässe oder Trockenheit meidet.
Feld - Sandlaufkäfer
Als Jäger fangen erwachsene Feld – Sandlaufkäfer (Cicindela campestris L.) Spinnentiere und kleine Insekten mit spitzen Kiefern und saugen sie aus. Die Larven leben in selbstgegrabenen Erdgängen bis zu 40 Zentimeter tief. Sie sitzen direkt an der Öffnung, die sie mit Halsschild und Kopf verschließen. Dabei ragen die großen spitzen Zangen nach außen. Nähert sich eine Beute wird sie gepackt und anschließend ausgesaugt. Durch die Verringerung offener Lebensräume ist der Feld – Sandlaufkäfer gefährdet und nach der Bundesesartenschutzverordnung in Deutschland besonders geschützt.
Zimtwanze
Eine auffällige Pflanzenwanze ist die Zimtwanze (Corizus hyoscyami L.). Ihr ca. 9 mm langer Körper ist von einer markanten rot-schwarzen Zeichnung umgeben, die von feinen gelblichen Härchen bedeckt ist. Sie bevorzugt sonnige, warme und trockene Lebensräume wie Ruderalflächen, Trockenrasen und Wiesenbiotope.
Warzenbeißer
Als Deutschlands Insekt des Jahres 2026 ausgezeichnet, macht der Warzenbeißer (Decticus verrucivorus L.) auf die Bedrohungen der Artenvielfalt von Wiesen durch Lebensraumverlust aufmerksam. Der Warzenbeißer ernährt sich von Insekten und ergänzt seine Nahrung durch Pflanzen. An sonnigen Tagen bei Temperaturen über 23–25°C erzeugen die Männchen durch Flügelreibung ein charakteristisches „zick-zick“-Geräusch.
Kleiner Feuerfalter
Ein weit verbreiteter Falter aus der Familie der Bläuling, der Kleine Feuerfalter ( Lycaena phlaeas L.) bevorzugt trockenwarme, offene Flächen wie Sandgruben oder Ruderalorte. Männchen verteidigen Territorien aggressiv gegen Artgenossen und größere Falter. Raupen fressen vor allem Ampfer-Arten; Falter saugen Nektar u.a. von Rainfarn, Thymian, Dost oder Wasserdost.
Schachbrettfalter
Der Schachbrettfalter (Melanargia galathea L.) ist ein tagaktiver Schmetterling, der in sonnenexponierten, blütenreichen Grünlandhabitaten wie Magerrasen, ausgedehnten Wiesen und Böschungen in Niedersachsen häufig anzutreffen ist.
Erwachsene Falter ernähren sich hauptsächlich vom Nektar violett blühender Pflanzen wie Kratzdisteln, Flockenblumen und Skabiosen.
Schwalbenschwanz
Einer der auffälligsten Tagfalter Deutschlands, der Schwalbenschwanz (Papilio machaon L.), ist bekannt für seine Größe und die markanten schwanzartigen Fortsätze an den Hinterflügeln. Er hat eine Flügelspannweite von 50–75mm. Seine gelben Flügel weisen markante schwarze Muster, ein blaues Band und rote Augenflecken an den inneren Rändern der Hinterflügel auf. Die kurzen, überwiegend schwarzen „Schwanzfedern“ gaben ihm den Namen Schwalbenschwanz. Er lebt in sonnigem und offenem Gelände, wie z. B. mageren Grünlandbeständen und auf Trockenrasen. Die Imagines sind für ihre Gipfelbalz (hilltopping) im Frühjahr bekannt. An markanten Erhebungen wie Hügeln, Bergkuppen oder Burgruinen segeln sie immer wieder den Hang hinab auf der Suche nach Geschlechtspartnern.
Argusbläuling
Ein kleiner blauer Schmetterling, der Argusbläuling (Plebejus argus L.) ist in Deutschland heimisch. Diese Art bevorzugt Heiden, trockene Graslandschaften, karge Wiesen, Hänge und Wegränder, oft auf sandigen oder nährstoffarmen Böden. Er ist weit verbreitet, aber rückläufig und wird als selten bis stark gefährdet eingestuft.
Hauhechelbläuling
Die Raupen des Hauhechelbläulings (Polyommatus icarus Rott.) fressen vorzugsweise Klee- und Luzernearten, während adulte Falter Nektar u.a. von Disteln, Thymian oder Flockenblumen saugen. Er bevorzugt ungedüngte Wiesen, Grabenränder, Moorränder und Ruderalflächen und meidet intensiv genutzte Ackerflächen und dichte Wälder. Die Anpassungsfähigkeit, die hohe Eiproduktion und die schnelle Raupenentwicklung tragen zu ihrem Überleben trotz veränderter Lebensräume bei.
Braunkolbiger Braundickkopffalter
Adulte Schmetterlinge des Braunkolbigen Braundickkopffalters (Thymelicus sylvestris Poda) ernähren sich an einer Vielzahl blühender Pflanzen, wobei sie Blüten wie Flockenblumen, Skabiosen und Thymian sowie anderen Wiesenblumen bevorzugen, die im Sommer leicht zugänglichen Nektar bieten. Die Raupen ernähren sich hauptsächlich von verschiedenen Gräsern, darunter Wiesenarten wie Rotschwingel, Schafschwingel und Knäulgras. Lebensräume sind frische Waldränder, Lichtungen, Böschungen, trockene Wiesenränder und Bahndämme mit hohem Gras, wobei trockenere Standorte bevorzugt werden.

