Streuobstwiesen, Gärten und Parks

Säugetiere

Waldmaus

Die überwiegend dämmerungs- bis nachtaktive Waldmaus (Apodemus sylvaticus Kaup) lebt in selbstgegrabenen Erdbauten mit Nest- und Vorratskammern und frisst vor allem Samen, Früchte und Kleintiere wie Insekten. Sie zeigt eine ausgeprägte Vorratshaltung und passt Aktivität und Raumnutzung saisonal an Nahrungsangebot und Witterung an.

Braunbrustigel

Strukturreiche, „unaufgeräumte“ Gärten mit Laub‑ und Reisighaufen, Hecken, Durchschlupfen in Zäunen und ohne Gifteinsatz bieten dem Braunbrustigel (Erinaceus europaeus L.) Nahrung, Deckung und Winterquartiere. Der Braunbrustigel ist in Niedersachsen noch weit verbreitet, gilt aber – wie in ganz Deutschland – als rückläufige Art und steht inzwischen auf der Vorwarnliste der Roten Listen gefährdeter Arten Deutschlands.

Siebenschläfer

Typische Habitate des Siebenschläfers (Glis glis L.) sind naturnahe Laub- und Mischwälder mit alten Buchen und Eichen, außerdem Streuobstwiesen, größere Gärten sowie Scheunen und Dachböden in Siedlungsnähe. Angeblich erhielt er seinen Namen wegen seines sieben Monate dauernden Winterschlafs, jedoch dauert diese Ruhephase oft von Anfang September bis Anfang Mai des nächsten Jahres und damit länger als sieben Monate.

Haselmaus

Die strikt nachtaktive Haselmaus ((Muscardinus avellanarius L.) klettert geschickt im Strauch- und Kronenbereich und nutzt kugelige, frei gebaute Nester aus Gräsern und Blättern in Sträuchern, Bäumen oder Höhlen; pro Tier existieren meist mehrere Sommernester. Als Lebensraum dienen strukturreiche Laub- und Mischwälder, Waldsäume, Hecken, Gebüsche und Feldgehölze mit gut ausgebildeter Strauchschicht und hoher Baum- und Strauchartenvielfalt. Sie gilt in weiten Teilen Deutschlands als rückläufig bzw. mindestens potenziell gefährdet, vor allem durch Lebensraumverlust und Strukturverarmung.

Eurasisches Eichhörnchen

Das Eurasische Eichhörnchen (Sciurus vulgaris L.) besiedelt Nadel-, Laub- und Mischwälder mit strukturreichen, alten Baumbeständen. In Kulturlandschaften nutzt es Parkanlagen, Friedhöfe und gartenreiche Wohngebiete, wenn genügend energiereiche Baumsamen und Deckung vorhanden sind. Hauptbestandteile der Ernährung sind Fichten- und Kiefernsamen, Bucheckern, Eicheln sowie Hasel- und Walnüsse, die im Herbst als Vorräte angelegt werden. Tierische Nahrung wie Insekten, Larven oder gelegentlich Vogeleier dient als Eiweißquelle, besonders bei Jungtieren.

Vögel

Sperber

Ein kleiner agiler Greifvogel, der Sperber (Accipiter nisus L.), der als Überraschungsjäger in strukturreichen Landschaften wie Wäldern, Feldgehölzen und zunehmend auch städtischen Parks lebt. Der Sperber erbeutet hauptsächlich kleine bis mittelgroße Vögel wie Meisen, Finken oder Amseln durch schnelle Angriffe aus der Deckung. Männchen jagen kleinere Beute, Weibchen überwältigen auch Tauben; ergänzend fressen sie seltener Kleinsäuger oder Insekten. Weibchen erreichen 35-41cm Länge und 190-290g Gewicht, Männchen 29-34cm und 100-170g.

Stieglitz

Ein farbenfroher Singvogel aus der Familie der Finken ist der Stieglitz (Carduelis carduelis L.), der in ganz Deutschland häufig vorkommt. Er zeichnet sich durch eine rote Gesichtsmaske, einen schwarzen Scheitel, weiße Flecken aus. Die Flügel weisen eine deutlich abgesetzte, breite, leuchtend gelbe Binde auf die im wellenförmigen Flug besonders ins Auge fällt. Seine Hauptnahrung besteht aus Samen von Stauden wie Disteln, die er mit seinem spitzen, kegelförmigen Schnabel geschickt erntet; in der Brutzeit ergänzen Insekten wie Blattläuse die Nahrung. Er ist gesellig, tagaktiv und klettert flink an Pflanzenstängeln, um Samen zu erreichen, oft in Trupps unterwegs.

Feldsperling

Offene Kulturlandschaften mit Feldgehölzen, Hecken, Waldrändern, Streuobstwiesen, alten Obstgärten und lockerem Baumbestand sind die bevorzugten Lebensräume des Feldsperlings (Passer montanus L.); geschlossene, dichte Wälder und geschlossene Stadtkerne werden gemieden.

Grünspecht

Offene Kulturlandschaften mit Feldgehölzen, Hecken, Waldrändern, Streuobstwiesen, alten Obstgärten und lockerem Baumbestand sind die bevorzugten Lebensräume des Feldsperlings (Passer montanus L.); geschlossene, dichte Wälder und geschlossene Stadtkerne werden gemieden.

Amsel

Ein weit verbreiteter Singvogel ist die Amsel (Turdus merula L.), die sich durch ihre bodennahe Lebensweise auszeichnet. Sie bewegt sich hüpfend auf der Suche nach Nahrung. Die Amsel ist ein Allesfresser, der vor allem tierische Nahrung wie Regenwürmer, Schnecken, Insekten und Larven frisst, ergänzt durch Beeren und Früchte im Herbst.

Wacholderdrossel

Als Allesfresser ernährt sich die Wachholderdrossel (Turdus pilaris L.) von Beeren, Insekten und Regenwürmern und trägt zur Samenverbreitung in Ökosystemen bei. Die Wacholderdrossel bewohnt halboffene Landschaften, vor allem Waldränder und Baumgruppen mit angrenzendem feuchtem Grünland, aber auch Streuobstwiesen, Parks und größere Gärten.

Insekten

Mausgrauer Schnellkäfer

Erwachsene Mausgraue Schnellkäfer (Agrypnus murinus L.) ernähren sich von Blüten, Blättern und Pollen. Bei Gefahr stellen Sie sich tot. Die Larven leben räuberisch im Boden und ernähren sich von Insektenlarven und kleinen Würmern. Die Larvenstadien dauern mehrere Jahre. Sie verpuppen sich am Ende des Sommers und der Käfer überwintert dort.

Hummelnestmotte

Die Weibchen der Hummelnestmotte (Aphomia sociella L.) nutzen ihren ausgeprägten Geruchssinn, um nachts Hummel- und Wespennester zu finden und legen 100–200 Eier in der Nähe der Eingänge. Die Larven schlüpfen innerhalb weniger Tage und ernähren sich von Kot, Pollen, Honig und der Brut der Wirtstiere, während sie Tunnel graben und Gespinste spinnen, um sich der Verteidigung durch die Hummeln zu entziehen. Sie können ganze Nester innerhalb weniger Wochen zerstören. Die erwachsenen Raupen verpuppen sich gesellig innerhalb oder in der Nähe des Wirtsnestes. Die einzelnen Kokons liegen dicht aneinander und sind miteinander versponnen.

Buchen-Streckfuß

Die charakteristischen Raupen vom Buchen-Streckfuß (Calliteara pudibunda L.), die man oft in Parks, Mischwäldern und Gärten beobachtet, weisen einen behaarten Körper von bis zu 50mm Länge mit auffälligen Haarbüscheln auf dem Rücken und einem markanten roten oder orangefarbenen Haarbüschel am 11. Segment auf. Ausgewachsene Falter haben eine Flügelspannweite von 37–67mm, wobei die Weibchen in der Regel größer sind als die Männchen. Männchen besitzen lange, behaarte Vorderbeine, die in Ruhestellung nach vorn gestreckt sind, was ihnen den Namen „Streckfuß“ eingebracht hat.

Perlglanzspanner

Seinen deutschen Artnamen hat der Perlglanzspanner (Campea margaritata L.) seiner hellsmaragdgrünen Färbung zu verdanken.
Die Raupen fressen an verschiedenen Laubbäumen, wie zum Beispiel Apfelbäume, Birken, Buchen, Ulmen, Weißdorn, Hasel und Eichen. Die nachtaktiven Tiere fliegen in zwei Generationen in der Zeit zwischen Mai und Oktober. Die Entwicklung der zweiten Generation ist klimaabhängig und kommt in den Mittelgebirgen nicht zustande.

Federfühler-Herbstspanner

Die nachtaktiven Federfühler-Herbstspanner (Colotois pennaria L.) fliegen zwischen September und November, die Raupen können von Mai bis Juli angetroffen werden. Der deutsche Artname geht auf die stark gefiederten Fühler der Männchen und das späte Erscheinen der Art im Jahr zurück. Die Männchen beginnen kurz nach dem Dunkelwerden mit der Suche nach einem Weibchen und sind oft bis weit nach Mitternacht unterwegs. Die Weibchen sitzen meist bewegungslos und gut getarnt an Baumstämmen und warten auf die Ankunft eines Männchens.

Punktierte Zartschrecke

Die Punktierte Zartschrecke (Leptophyes punctatissima Bosc)) ist eine 1–1,5cm große Laubheuschreckenart. Die Flügel sind bei beiden Geschlechtern sehr kurz oder verkümmert, sodass sie nicht fliegen können. Sie gehört zur Unterordnung der Langfühlerschrecken und ist in West- und Norddeutschland, einschließlich Niedersachsen, verbreitet. Im Osten jedoch seltener; neuere Funde deuten auf eine Ausbreitung in Gebiete wie Sachsen-Anhalt hin.

Schwarzblauer Ölkäfer

Eine auffällige Käferart ist der Schwarzblaue Ölkäfer (Meloe proscarabaeus L.) der in Niedersachsen vorkommt und dort als gefährdet gilt. Die Käfer sind parasitisch: Weibchen legen bis zu 90.000 Eier ab, Larven klettern auf Wildbienen und entwickeln sich in deren Nestern. Bei Gefahr und zur Abschreckung von Feinden sondern Ölkäfer ein gelbes Wehrsekret aus den Kniegelenken ab. Bei Menschen verursacht es Hautreizungen.

Gemeine Strauchschrecke

Für Niedersachsen wird die Art als sehr häufige Heuschreckenart beschrieben. Die Gemeine Strauchschrecke (Pholidoptera griseoaptera De Geer) ist eine Laubheuschreckenart, die in vielen halboffenen, strukturreichen Habitaten zu finden ist.
Die Imagines ernähren sich hauptsächlich räuberisch von kleinen Insekten, wie Blattläusen oder Raupen, fressen aber auch Pflanzen, wie Löwenzahn, Labkräuter oder Brennnesseln.

Schlupfwespe

Die Larven der Schlupfwespen leben durchweg als Parasitoide. Parasitiert werden Insekten (darunter viele Schädlinge) am häufigsten Schmetterlinge, Pflanzenwespen, Käfer und andere. Schlupfwespen werden beispielsweise im Gewächshaus, Wintergarten oder im Garten gezielt für die biologische und natürliche Schädlingsbekämpfung eingesetzt.

C-Falter

Ein weit verbreiteter Tagfalter, der C-Falter (Polygonia c-album L.), ist an seinen gezackten Flügelrändern und der charakteristischen C-förmigen weißen Zeichnung auf der Flügelunterseite erkennbar. Die Falter saugen Nektar von Beerensträuchern, Schmetterlingsflieder, Fallobst oder Weidenkätzchen; Raupen fressen an Salweide, Hasel, Ulme, Brennnessel und Hopfen. Weibchen legen bis 250 Eier einzeln ab, Raupen leben solitär auf Blattunterseiten.